Prinzessin Diana
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Prinzessin von Wales

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Ich spreche heute zu Ihnen als Vertreter einer Familie im Schmerz, in einem Land, das trauert, vor einer Welt, die unter Schock steht. Wir alle sind verbunden, nicht nur in dem Wunsch, Diana die letzte Ehre zu erweisen, sondern vielmehr in der Notwendigkeit, dies zu tun. Denn sie besaß eine so außergewöhnliche Anziehungskraft, dass Millionen von Menschen, die weltweit über Fernsehen - und Radioübertragungen an dieser Trauerfeier teilnehmen und die ihr nie persönlich begegnet sind, das Gefühl teilen, dass auch sie in den frühen Morgenstunden des vergangenen Sonntags einen Menschen verloren haben, der ihnen Nahestand. Dies ist ein viel bemerkenswerteren Zeichen der Anerkennung für Diana, als ich es ihr heute zu geben vermag.
Diana war der Inbegriff der Anteilnahme, der Pflicht, des Stils und der Schönheit. Überall auf der Welt sah man sie als ein Symbol uneigennütziger Menschlichkeit, als Kämpferin für die Rechte der Unterdrückten, als ein wahrhaft britisches Mädchen, das die Grenzen der Nationalitäten überschritt, als eine Frau von natürlichem Adel, die keiner gesellschaftlichen Klasse angehörte und im letzten Jahr bewies, dass sie keinen königlichen Titel brauchte, um auch weiterhin ihren besonderen Zauber zu entfalten.
Heute haben wir die Gelegenheit, uns zu bedanken für das Licht, das du in unser Leben gebracht hast, obwohl Gott dir nur ein halbes Leben gewährte. Wir werden uns alle betrogen fühlen, weil du uns so jung genommen wurdest, und müssen dennoch lernen, dankbar zu sein, dass es dich überhaupt gegeben hat. Erst jetzt, wo du gegangen bist, erkennen wir wirklich, was wir verloren haben, und wir möchten, dass du weißt, dass es sehr, sehr schwer ist, ohne dich zu leben. Wir alle waren in der vergangenen Woche verzweifelt über unseren Verlust, und nur durch die Stärke der Botschaft, die du uns über deine Jahre des Gebens hin vermittelt hast, fanden wir wiederum die Stärke, weiterzugehen. Es herrscht eine Versuchung, dich im Gedächtnis überhastet Heiligzusprechen. Doch es gibt keinerlei Anlass, dies zu tun. Als ein Mensch mit einzigartigen Eigenschaften warst du so groß, dass keine Notwendigkeit besteht, dich als Heilige zu sehen. Im Gegenteil, dein Andenken zu verklären, ginge gerade am Kern deines Wesens vorbei, an deinem wunderbar schelmischen Sinn für Humor, der Art, wie du dich vor Lachen biegen konntest, deiner Lebensfreude, die du mit deinem Lächeln auf andere übertrugst, und auch an dem Blitzen jener unvergesslichen Augen, deiner grenzenlosen Energie, die du kaum zurückhalten konntest. Deine größte Gabe war jedoch deine Intuition, und du hast sie weise genutzt. Sie bildete den Grundstein all deiner wunderbaren Eigenschaften. Und wenn wir nun zu ergründen versuchen, worin deine Anziehungskraft für so viele Menschen bestand, finden wir die Antwort darin, dass du ein instinktives Gespür hattest für das, was in unser aller Leben wirklich wichtig war. Dein gottgegebenes Einfühlungsvermögen lenkte unsere Aufmerksamkeit auf die Qual der Aids- und HIV-Kranken, die Not der Obdachlosen, die Isolation der Leprakranken, die wahllose Zerstörung, die von Landminen ausgeht. Diana erklärte mir einmal, dass ihr die Verbindung zu ihrem Wahlkreis der Ausgestoßenen erst ermöglicht wurde durch die Gefühle des Leidens, die sie tief in ihrem Innern trug. Und hier begegnen wir einer weiteren Erkenntnis über ihr Wesen. Trotz des gesellschaftlichen Ansehens, des Glamours und des Beifalls blieb Diana im Grunde ihres Herzens ihr Leben lang ein sehr unsicherer Mensch, fast kindlich in ihrem Wunsch, anderen Gutes zu tun, um sich von den tief verwurzelten Gefühlen der eigenen Unzulänglichkeit zu befreien, deren Symptom ihre Essstörungen waren.
Die Welt spürte diesen Zug ihres Charakters und liebte sie wegen ihrer Verwundbarkeit, bewunderte sie wegen ihrer Ehrlichkeit.
Ich sah Diana zum letzten Mal in London am 1. Juli, ihrem Geburtstag, als sie sich bezeichnenderweise keine Zeit nahm, um ihren besonderen Tag mit Freunden zu feiern, sondern als Ehrengast an einer Veranstaltung zugunsten einer karitativen Organisation teilnahm. Sie brillierte, wie immer, aber ich möchte mir viel lieber die Erinnerung an die Tage bewahren, die ich im März mit ihr verbrachte, als sie mich und meine Kinder zu Hause in Südafrika besuchte. Ich bin stolz darauf, dass es uns, abgesehen von der öffentlichen Begegnung mit Präsident Mandela, gelang, die allgegenwärtigen Paparazzi daran zu hindern, auch nur eine einzige Aufnahme von ihr zu machen. Das bedeutete ihr viel. Diese Tage werde ich stets in lieber Erinnerung behalten. Wir fühlten uns wie in unsere Kindheit zurückversetzt, als wir, die Jüngsten in der Familie, unendlich viel Zeit miteinander verbrachten.
Im Grunde hatte sie sich überhaupt nicht verändert, seit sie die große Schwester war, die mich als Baby bemutterte, in der Schule mit mir stritt und an den Wochenenden jene langen Bahnfahrten zwischen den Häusern unserer Eltern mit mir ertrug. Es macht ihrer Geradlinigkeit und Stärke alle Ehre, dass sie sich selbst auch später immer treu geblieben ist, trotz des bizarrsten Lebens, das man sich nur vorstellen kann.
Es besteht kein Zweifel, dass sie in der letzten Zeit ein neues Ziel in ihrem Leben suchte. Sie sprach immer wieder davon, England zu verlassen, vor allem wegen der Behandlung, die sie durch die Zeitungen erfuhr.
Ich glaube nicht, dass sie je verstanden hat, warum die Medien ihre aufrichtig gutgemeinten Absichten verhöhnten, warum sie permanent danach zu streben schienen, sie zu Fall zu bringen. Es bleibt ein Rätsel.
Meine eigene, und einzige, Erklärung besteht darin, dass diejenigen, die am anderen Ende des moralischen Spektrums stehen, echte Güte als Bedrohung empfinden. Es ist bemerkenswert, dass von allen Ironien, die Diana umgeben, diese vielleicht die größte ist: dass ein Mädchen, dem der Name der antiken Göttin der Jagd gegeben wurde, schließlich die meistgejagte Person der Moderne war.
Sie würde sich wünschen, dass wir uns heute verpflichten, ihre geliebten Söhne, William und Harry, vor einem ähnlichen Schicksal zu bewahren. Und ich tue dies hier, Diana, für dich. Wir werden es nicht zulassen, dass sie die gleiche Qual erleiden, die dich regelmäßig zu Tränen der Verzweiflung trieb. Darüber hinaus gelobe ich gemeinsam mit deiner Mutter und deinen Schwestern, dass wir, deine Familie, alles tun werden, was in unserer Macht steht, um die phantasievolle und liebevolle Art fortzusetzen, auf die du diese beiden außergewöhnlichen jungen Männer geführt hast, damit ihre Seelen nicht nur von Pflicht und Tradition erdrückt werden, sondern sich frei und offen entfalten können, so wie du es dir vorgestellt hast. Wir respektieren voll und ganz die Tradition, in die sie beide hineingeboren wurden, und werden ihre königliche Aufgabe stets achten und sie darin bestärken. Aber dennoch erkennen wir, ebenso wie du, die Notwendigkeit, dass sie so viele verschiedene Aspekte des Lebens kennenlernen sollten wie nur möglich, um sie geistig und gefühlsmäßig für die kommenden Jahre zu wappnen. Ich weiß, du hättest nichts Geringeres von uns erwartet. William und Harry, wir alle fühlen heute tief mit euch und sorgen uns um euch. Wir sind zerstört in der Trauer um den Verlust einer Frau, die nicht einmal unsere Mutter war. Wie groß euer Leid ist, können wir uns nicht einmal vorstellen. Ich möchte schließen, indem ich Gott danke für das kleine Glück, das er uns in diesem Unglück gewährt hat; dass er Diana zu sich nahm, als sie schöner und strahlender war denn je und als sie so viel Freude in ihrem privaten Leben hatte. Vor allem danken wir Gott für das Leben einer Frau, die ich mit solchem Stolz in der Lage bin, meine Schwester zu nennen: die einzigartige, die vielschichtige, die außergewöhnliche und unersetzliche Diana, deren innere wie auch äußere Schönheit uns nie aus dem Gedächtnis gelöscht werden wird.

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